Research

Forschung

Traversing the Contemporary

Projektleitung: O.Univ.- Prof.Dr. Claudia Jeschke
Mitarbeiterin: Dr. Sandra Chatterjee
Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF, Projekt Nr. P24190)
Projektzeitraum: 01.03.2012 – 28.02.2015

 

Angesiedelt in den Schnittpunkten zwischen angloamerikanischer, europäischer, und indischer Tanzwissenschaft, sowie an den Knotenpunkten Postkolonialer Studien und Gender Studies, versucht dieses Projekt, bislang international gültige theoretische Modelle und tanzwissenschaftliche Ansätze differenziert und kritisch zu hinterfragen. Ziel ist es, diese Ansätze, die in unterschiedlichen kulturellen Kontexten formuliert wurden und werden, zu dialogisieren und in den speziellen Kontext des zeitgenössischen Tanzes des nordeuropäischen Kontinents zu übersetzen. Dies geschieht anhand theoretischer, historischer and empirische Analysen der Arbeiten von drei zeitgenössischen nordeuropäischen Choreographinnen. Die Verbindung dieser Ansätze – theoretisch, historisch und empirisch – korrespondiert mit dem Profil der Studienrichtung Tanzwissenschaft an der Universität Salzburg, die sich durch ihre besondere Interaktion mit dem Derra de Moroda Tanzarchiv auszeichnet, und sowohl die Trennung zwischen Theorie und Praxis, und historischer und zeitgenössischer Forschung überbrücken will.

Postkoloniale (historische) Ansätze artikulieren, dass das “Jetzt” und dadurch auch die Idee des “Zeitgenössischen” strittig sind, während kulturelle Differenz zu einem Zeitunterschied umkodiert wird. Die Prämisse eines angefochtenen “Jetzt” deutet an, dass es Kriterien gibt, welche die ästhetische Kategorie des “Zeitgenössischen” limitieren und dadurch das “Andere” oder “anderes” ausschließen. Das Projekt wird diese postkoloniale Hinterfragung des “Zeitgenössischen” auf zeitgenössischen nordeuropäischen Tanz beziehen, anhand einer Analyse der Arbeiten von Johanna Lanzaro, Rani Nair, und Kalpana Raghuraman. Die drei Choreographinnen sind ausgebildet in zeitgenössischem und klassischem indischen Tanz und produzieren choreographische Artikulationen, die, so der Ausgangspunkt, scheinbar nicht eindeutig in die Kategorie des “Zeitgenössischen” im europäischen Tanz passen.

In der theoretischen Analyse werden angloamerikanische und postkoloniale tanzwissenschaftliche Ansätze im Dialog miteinander für den nordeuropäischen Kontext ausformuliert. In der historischen Analyse werden die “geteilten” und “verflochtenen” Geschichten des indischen und europäischen zeitgenössischen Tanzes im 20.Jahrhundert sichtbar gemacht, und zwar anhand von “kinästhetischen Verbindungen”,die durch Begegnungen zwischen Einzelvertretern der Tanzformen entstehen. Die empirische Analyse verfolgt die ästhetischen Auswirkungen dieser geteilten Geschichten und sich verbindenden kinästhetischen Erfahrungen bis ins 21.Jahrhundert, anhand der Fallstudien zu den drei europäischen Choreographinnen, deren Arbeit beide Welten umspannt. Ziel dieses Projektes ist es, durch die Analyse zeitgenössischen europäischen Tanzes aus interkultureller und postkolonialer Perspektive sowie durch die kritische Überprüfung angloamerikanischer und indischer tanzwissenschaftlicher Ansätze im nordeuropäischen Kontext, zu einer neuartigen, weil globalisierten Perspektive für die europäische Tanzwissenschaft beizutragen.

Angiolinis Spätwerk in der Wissenskultur der Aufklärung

Projektleitung: em. ao.Univ.-Prof. Dr. Sibylle Dahms
Mitarbeiterinnen: Monica Bandella, Cornelia Petersen-Laux , Dr. Irene Brandenburg (Co-Author)
Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF, Projekt Nr. P21949)
Projektzeitraum: 28. Dezember 2009 bis 28. Juni 2012

Siehe Beschreibung (Pdf)

Visualizing (the Derra de Moroda) Dance Archives

FWF Projekt Visualizing (the Derra de Moroda) Dance Archives

Projektleitung: Claudia Jeschke, Mitarbeiter: Henner Drewes

(Projektzeitraum: 1. Oktober 2008 – 30. November 2011)

Tagungen, Workshops & Performatives

Times for Change: Transnational Migrations and Cultural Crossings in Nineteenth-Century Dance

Als Kooperationsprojekt der Tanzwissenschaft/Derra de Moroda Dance Archives der Universität Salzburg, der Associazione Italiana per la Ricerca sulla Danza (AIRDanza) und  der association des Chercheurs en Danse (aCD) findet vom 28. bis 30. November 2019 unter dem Titel Times for Change: Transnational Migrations and Cultural Crossings in Nineteenth-Century Dance ein internationales tanzwissenschaftliches Symposion statt. Im Fokus stehen transkulturelle Verflechtungsgeschichten im Kontext von europäischen Tanzmetropolen des 19. Jahrhunderts, das Phänomen der weitgespannten transnationalen Netzwerke, das facettenreiche künstlerische Signaturen der Akteure hervorbringt, sowie partikuläre Ausformungen des Bühnentanzes in den jeweiligen Institutionen. Mit unterschiedlichen methodischen, analytischen und interpretatorischen Ansätzen werden Phänomene der Mobilität von KünstlerInnen des europäischen Musik- und Tanztheaters ebenso in den Blick genommen wie politische und soziokulturelle Bedingungen und deren Auswirkungen auf künstlerische und kulturelle Entwicklungen in den jeweiligen Ländern. Ein zentrales Anliegen des Symposiums ist es, den disziplinenübergreifenden Austausch zwischen ForscherInnen zu fördern, fruchtbare Synergien zu schaffen und in einem offenen Dialog neue Erkenntnisse, aber auch weiterführende Forschungsperspektiven und -potenziale zu diskutieren.

ReferentInnen: Roberta Albano, Anja K. Arend, Valentina Bonelli, Theresa Jill Buckland, Julia Bührle, Elena Cervellati, Annamaria Corea, Ornella Di Tondo, Francesca Falcone, Johanna Hilari, Claudia Jeschke, Bruno Ligore, Geraldine Morris, Tatiana Nikitina, Gunhild Oberzaucher-Schüller, Stefania Onesti, David Popalisky, Olivia Sabee, Stephanie Schroedter, Debra H. Sowell, Madison U. Sowell, Jean-Philippe Van Aelbrouck und Maria Venuso.

Konzeption und Organisation: Irene Brandenburg, Francesca Falcone, Nicole Haitzinger, Bruno Ligore, Anna-Lena Wieser | Information: http://timesforchange.sbg.ac.at
Die Teilnahme ist kostenlos. Um Anmeldung wird gebeten unter: musik.tanzwissenschaft@sbg.ac.at

Die Konferenz wird finanziell unterstützt von der Associazione Italiana per la Ricerca sulla Danza (AIRDanza), der association des Chercheurs en Danse (aCD), dem Land Salzburg, der Stadt Salzburg und dem Verein “Freunde der Derra de Moroda Dance Archives/Tanzwissenschaft”.

Ordnungen des Chorischen: Poetik und Praxis

Interdisziplinärer Workshop am 23. Mai 2014 im Unipark Nonntal mit Impulsvorträgen von Monika Meister (Theaterwissenschaft, Universität Wien) und Claudia Bosse (Regie/Choreographie, Wien)

 

Chöre des antiken Theaters müssen das moderne (Bühnen-)Bewusstsein zwangsläufig irritieren, evozieren sie doch eine Statik der Dramaturgie und zugleich Beweglichkeit in der Choreographie, die sich dem theatralischen Kommunikationssystem psychologischer Darstellung und dynamischer Handlungsmotivierung entzieht. Ein Blick in die Geschichte des Theaters seit der Antike zeigt, dass der Chor in der Aristotelischen Poetik und Rhetorik an Bedeutung verliert beziehungsweise einer Entmachtung ausgesetzt ist und seine Funktionen – wirkungsästhetisch ausdifferenziert – der inneren Spannung des Ethos überantwortet werden. Könnte man nun vermuten, dass sich dieser Prozess in der frühen Neuzeit bis hin zur Gesinnungsethik des bürgerlichen Trauerspiels weiter verfolgen lässt, evozieren die vielfältigen Theaterkulturen des 17. und 18. Jahrhunderts eher ein Spannungsfeld: Neben der zunehmenden Abwesenheit des Chores überdauern darin ältere Traditionen oder sind umso spektakulärere Comebacks dramatischer Chöre auszumachen. Die Frage nach der Identität von Stimmen und Figuren im epischen und postdramatischen Theater belegt die ungebrochene Wirksamkeit dieses Spannungsfeldes.

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Re-Stagings of Don Juans: Theatrale (Re-)präsentationen in Tanz, Musik und Kunst der 1920er-Jahre

Wissenschaftlich-künstlerischer Workshop
Paris Lodron-Universität Salzburg (PLUS), Abteilung Musik- und Tanzwissenschaft, Tanzstudio 16. und 17. Mai 2014

 

In exemplarischer Weise spiegelt die facettenreiche Wirkungs- und Rezeptionsgeschichte des Don Juan-Sujets in Literatur, Musik, Theater und Tanz seit dem 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart kulturelle Prägungen, künstlerische Strategien und Perspektiven der jeweiligen geistesgeschichtlichen Epoche. Im Bereich des Tanzes steht die dezidiert theatrale, ambivalente Figur des Don Juan gerade in signifikanten Phasen des Umbruchs und der Erneuerung sowohl für Faszination als auch für künstlerische Herausforderung: Dies gilt besonders für das pantomimische Handlungsballett Le Festin de pierre (Gasparo Angiolini / Christoph Willibald Gluck, Wien 1761), das – als richtungsweisende tanztheatrale Adaption im Kontext der Ballettreform des 18. Jahrhunderts – zum „signature piece“ der Tanzhistorie avancierte.

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Material and Bodily Archives, Oral Histories, and Kinesthetic Connections: Perspectives on working with passed down materials in dance, performance and analysis

An international Performance Symposium; Workshop

2. Mai 2014 ab 13 Uhr, 3.Mai 2014 ab 10 Uhr

Tanzstudio (Raum Nummer 2.105), Universität Salzburg, Unipark Nonntal; Erzabt-Klotz-Straße 1, 5020 Salzburg

2. Mai 2014, 20 Uhr- Performance /Performance-Lecture

SEAD, Schallmooser Hauptstraße 48a, 5020 Salzburg,

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Rapture and Rupture: Love and Emotion in Contemporary Dance

Workshop, Vorträge/Performance und Diskussion with Nayana Bhat (Salzburg, SEAD), Georg Lechner (München), Cynthia Ling Lee (Los Angeles), Claudia Jeschke (Universität Salzburg), Anna Wieczorek (Universität Salzburg) and Sandra Chatterjee im Unipark Nonntal

Tanzstudio (Raum Nummer 2.105), Universität Salzburg, Unipark Nonntal
Erzabt-Klotz-Straße 1, 5020 Salzburg

Donnerstag, 11.4.2013, 18 Uhr: Vorträge, Performances

Freitag, 12.4.2013,
11 Uhr-13 Uhr: Workshop
14 Uhr -16 Uhr: Roundtable Diskussion

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Museum der Figuren. Einst und Anderswo

25.-26. November 2011

Universität Salzburg, Unipark Nonntal, Erzabt-Klotz-Straße 1, 5020 Salzburg, Tanzstudio

Konzeption: Claudia JeschkeNicole Haitzinger
Produktion: Irene Brandenburg, Elisabeth Hirner
Veranstalter: Abteilung für Musik- und Tanzwissenschaft mit Unterstützung von Wissenschaft und Kunst

In einem tänzerischen „Museum auf Zeit“ werden aktuelle Re-Stagings in Auseinandersetzung mit Anderem / Anderen im 19. Jahrhundert in Hinblick auf ihre mimetisch-korporalen Tradierungen und ihre energetisch-physischen Dimensionen vorgestellt. Der im neuen Tanzstudio inszenierte Gedächtnisraum präsentiert historische Materialien aus den Derra de Moroda Dance Archives zur Konstruktion von Alteritäten; in ihm werden ihre Kontexte befragt, Kurzvorträge von Fachleuten (u.a. Christopher Laferl und Ralph Poole) integriert, wie auch die vielschichtigen Möglichkeiten des Transfers von „Einst und Anderswo“ in die Gegenwart aus der Perspektive von zeitgenössischen Künstlern/Künstlerinnen (Alexander Deutinger, Sabina Holzer, Amanda Piña, Linda Samaraweerová) diskutiert.

Beiträge:

  • Workshop mit Sandra Chatterjee: Re-Staging Indian Dance: Zwischen Tradition, Moderne und Postkolonialität
  • Ralph Poole: „. . . what makes a person like me exist.” Das schwarze Wunderkind des 18. Jahrhunderts als Jazzopernstar
  • Sandra Chatterjee: Restaging Indian Dance: Zwischen Tradition, Moderne und Postkolonialität
  • Christiane Karl: La Corrida (Der Stierkampf) — Re-Staging / Re-Inventing Hispanizität
  • Alexander Deutinger / Martha Navaridas: fandango and common consciousness
  • Sabina Holzer: Tanz ohne NameN (MZ), oder: fremde Versprechen
  • Zoilly Molnár: autoRAW_dancer02 [Video]
  • Christopher Laferl: Die Inszenierung von Whiteness in der karibischen und brasilianischen Popularmusik (1920-1960)
  • Anna Edlin: Pas de l´abeille
  • Anja Arendt: Bournonville Notation
  • Elisabeth Hirner, Theresa Pointner, Manfred Soraruf: Livret: mise en scène
  • Linda Samaraweerová: Chanson de Geste
  • Amanda Piña: Valses Indiennes

Siehe auch: Einst und Anderswo: Museum der Figuren // documentary movie

 

Amanda Piña: Einst und Anderswo. Danse Indienne

For my contribution to the ‘museum of gesture’ and the proposition of re-staging a dance, I chose as a starting point a picture of „valse indienne”, ilustrating the cover of a partition composed by french musician Gatien Marcailhou (1830). The picture was representing a fiction, a valse performed by south American ‘indios’? What could this be? A cultural crossbreed? A sincretism?

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Linda Samaraweerová: Chanson de geste

Es lässt sich oft mit der Erklärung des Titels am besten beginnen, dem ersten greifbaren Moment, der das Bevorstehende in eine bestimmte Richtung zu katapultieren versucht: ein Lied der Geste also 😉

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Navaridas & Deutinger Fandango And Common Consciousness or: How we take the art of playback to the next level

Departing from the image “La Danse du Fandango” from the Derra de Moroda Dance Archives, we combine the text of a video-lecture held by neuro-scientist VS Ramachandran in 2009 with extracts from Giacomo Casanovas Memoirs from 1768 and a music recording of a “Le Fandango Varié” by Dionisio Aguado from 1835.

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Museum der Gesten

Installation

 

Irene BrandenburgSibylle Dahms, Mark Franko, Nicole Haitzinger, Elisabeth Hirner, Claudia Jeschke, Juliet Neidish in Kooperation mit dem interuniversitären Schwerpunkt Wissenschaft und Kunst (Universität Mozarteum Salzburg, 28. November 2010)

Getanzte Kostüme: Mozarts Idomeneo-Chaconne

Lecture Demonstration

Claudia Jeschke, Rainer Krenstetter, Dorothea Nicolai (Ateliergespräche Universität Salzburg, 7. Juni 2010)

Idomeneo-Chaconne

Gastspiel

Sibylle Dahms und Claudia Jeschke, Rainer Krenstetter (OdeonTanz, Wien, 5. Februar 2010)

http://www.odeon-theater.at/146.0.html

Ausstellungen

Salzburg persönlich

PLUSpunkte

Ausstellung PLUSpunkte

 

Zum 400-jährigen Bestehen der Paris Lodron-Universität Salzburg findet im Nordoratorium des DomQuartiers in Salzburg vom 27. Januar bis 31. Oktober 2022 die Ausstellung “PLUSpunkte: 400 Jahre Paris Lodron Universität Salzburg” statt. Zu den 14 Schwerpunkten der Universitätsgeschichte zählen auch die Derra de Moroda Dance Archives: Gezeigt werden Graphiken, Objekte und Videos, die teils die Sammlungsschwerpunkte repräsentieren, teils in Zusammenhang mit künstlerisch-wissenschaftlichen Projekten des Archivs stehen. Die virtuelle Ausstellung “PLUSpunkte 14” kontextualisiert und vertieft die analog präsentierten Objekte.

Kunst - Musik - Tanz

Staging the Derra de Moroda Dance Archives

 

Am 19. März 2016 wurde im Museum der Moderne am Mönchsberg die Ausstellung „Kunst-Musik-Tanz: Staging the Derra de Moroda Dance Archives“ eröffnet. Ausgangspunkt der Ausstellung, die als Kooperationsprojekt des Museums der Moderne und der Universität Salzburg (Tanzwissenschaft) konzipiert und durchgeführt wird, sind die Derra de Moroda Dance Archives, die seit 1978 zur Universität Salzburg gehören.

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Schwäne und Feuervögel. Die Ballets Russes 1909–1929

Ausstellung

 

Claudia JeschkeNicole Haitzinger (Deutsches Theatermuseum München, 18. Februar-24. Mai 2009; Theatermuseum Wien, 25. Juni-27. September 2009)

Viva Mozart

Ausstellung Viva Mozart. Eine Erlebnisausstellung zum 200. Geburtstag (Januar 2006 – Januar 2007, Museum Carolino Augusteum Salzburg)