Inventory

In den Derra de Moroda Dance Archives befinden sich – neben über 7.000 Büchern zum Tanz und zu verwandten Bereichen wie Theater, Kostüm/Bühnenbild, Mode, Volkskunde und Kulturwissenschaften aus sechs Jahrhun­derten (16. bis 21. Jahrhundert) – auch Musikalien (darunter Originaldrucke aus dem 17. Jahrhundert), Libretti (17. bis 20. Jahrhundert), autographe Briefe von Tänzern und Choreographen (18. bis 20. Jahrhundert), Journale und Zeitschriften (18. bis 20. Jahrhundert), eine umfangreiche Sammlung ikonographischer Quellen (16. bis 20. Jahr­hundert, bestehend aus Gemälden, Stichen, Radierungen, Lithographien, Photographien), von Plakaten, Program­men und Zeitungsausschnitten sowie digitalen Medien (Videos, DVDs, digitale Publikationen). Darüber hinaus verwaltet das Archiv auch diverse Schriftstücke aus dem persönlichen Nachlass Derra de Morodas, darunter Ent­würfe und Manuskripte ihrer Schriften, Notizen, Karteien sowie weit über 1000 Briefe.

Ausgewählte Teile der Sammlung sind bereits digitalisiert und über den Publikationsserver der Universität Salzburg online abrufbar. Die Arbeiten zur sukzessiven Digitalisierung und Online-Präsentation der Bestände werden fortgesetzt.

 

Bibliothek und Mediathek

Bücher, Zeitschriften, Journale, Musikalien und digitale Medien der Derra de Moroda Dance Archives sind im Online-Katalog der Universität Salzburg erfasst und können über die Suchmaschine UBsearch recherchiert werden. Der Bestand des Tanzarchivs wird in der Trefferliste mit dem Standort “FB Unipark Derra de Moroda Tanzarchiv” angezeigt. Durch den Zusatz weiterer Suchwörter (Autor, Schlagwort etc.) kann die Suche eingegrenzt werden.

Auf Katalogisierungsarbeiten von Friderica Derra de Moroda beruht der gedruckte Bibliothekskatalog “The Dance Library. A Catalogue. Compiled and annotated by Friderica Derra de Moroda. Edited from the Manuscript left by the Author by Sibylle Dahms and Lotte Roth-Wölfle, München: Robert Wölfle 1982″ (Publikationen des Instituts für Musikwissenschaft der Universität Salzburg. Derra de Moroda Dance Archives. Tanzforschungen 1). Er dokumentiert nicht nur den Bestand der Derra de Moroda Dance Archives bis 1982, sondern dient generell als wichtiges Nachschlagewerk für Tanzliteratur weltweit.

Digitale Version des Kataloges im pdf-Format

 

Benützung und Entlehnung

Für die Nutzung und Entlehnung von Medien aus den Derra de Moroda Dance Archives gelten grundsätzlich die Regelungen der Universitätsbibliothek Salzburg (siehe https://www.plus.ac.at/universitaetsbibliothek/bibliotheksbenuetzung/). Außer Haus entlehnbar sind alle Medien der DdMDA, die nach der Schenkung der Sammlung an die Universität (nach 1978) erworben wurden. Konkret betrifft das Bücher ab der Signatur DdM 9100 sowie digitale Medien (DVDs etc.). Ob Sie ein DdM-Buch/Medium entlehnen können oder nicht, wird direkt in der Suchmaschine UBsearch unter „Ausleihstatus“ angezeigt. Vor 1978 erworbene Bestände sind nicht entlehnbar, können aber in der Bibliothek konsultiert werden.
Wenn Sie Medien der DdMDA entlehnen oder in der Bibliothek konsultieren möchten, bitten wir Sie, nach Möglichkeit zu den regulären Öffnungszeiten ins Tanzarchiv zu kommen. Dort steht Ihnen ein Mitarbeiter auch für weitere Informationen oder Fragen zur Verfügung. Die Bücher, die Sie entlehnen möchten, können Sie dann an der Infotheke der Unipark-Bibliothek auf Ihr Benutzerkonto verbuchen lassen.

 

Kopieren und Reproduktionen

Das Anfertigen von Kopien für den eigenen Gebrauch ist in der Regel gestattet, sofern nicht konservatorische Gründe dagegen sprechen. Bitte verwenden Sie hierfür nach Möglichkeit die Buchscanner, die sich im mittleren Teil der Bibliothek befinden und materialschonendes und kostenloses Scannen direkt auf einen USB-Stick ermöglichen. Reproduktions-Anfragen richten Sie bitte direkt an Dr. Irene Brandenburg (irene.brandenburg[at]sbg.ac.at).

 

Digitalisierung von Tanzbüchern

Digitalisate ausgewählter Buchbestände aus den Derra de Moroda Dance Archive werden sukzessive über den Publikationsserver der Universität Salzburg zur Verfügung gestellt. Dieser Bereich ist derzeit noch im Aufbau.

 

Bild- und Fotosammlung

Die ikonographische Sammlung der Derra de Moroda Dance Archives besteht aus rund 3.000 Bildquellen aus dem 16. bis 20. Jahrhundert, darunter Gemälde, Stiche, Radierungen, Lithografien, Fotografien und Plakate. Sie wird sukzessive digitalisiert und in einer lokalen Bilddatenbank erschlossen, die mittelfristig online über das Repositorium der Universität Salzburg verfügbar sein wird. Bis dahin steht für die Recherche nach Bildquellen die jeweils aktuelle Version der Bilddatenbank als pdf-Datei zur Verfügung:
Bilddatenbank Teil 1
Bilddatenbank Teil 2

Bestandslisten zu Fotos von Tänzerinnen und Tänzern des 20. Jahrhunderts finden Sie hier:
TänzerInnen A-E
TänzerInnen F-K
TänzerInnen L-R
TänzerInnen S-Z
Mary Wigman
Digitalisate und Metadaten ausgewählter Bildquellen finden Sie unter “Virtuelle Galerie”.

Für detailliertere Auskünfte kontaktieren Sie uns bitte unter derra.archives[at]plus.ac.at.

 

Programmhefte

Zu den Derra de Moroda Dance Archives gehört auch eine Sammlung von mehreren Hundert Programmheften aus den Bereich Ballett, Tanz, Oper und Schauspiel, vorwiegend aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Eine Übersicht über die bislang erschlossenen Materialien finden Sie hier.

pdf-Datei Programmhefte

 

Friderica Derra de Moroda

Der persönliche Nachlass Friderica Derra de Morodas, der als Teil der Schenkung an die Universität Salzburg in den Derra de Moroda Dance Archives aufbewahrt wird, besteht aus Hunderten von Mappen diversen Inhalts, u. a. Prospekte, Flyer und Programmzettel zu Tanzveranstaltungen, Entwürfe und Manuskripte der Schriften Derra de Morodas, Notizen, Exzerpte, Karteien, berufliche und private Fotos sowie weiter über 1.000 Briefe. Teile des Nachlasses, wie etwa die Sammlung der Programmhefte, Fotografien und einzelne Korrespondenzen, sind bereits erschlossen, der größere Teil ist noch in Bearbeitung und derzeit nur vor Ort in den Derra de Moroda Dance Archives konsultierbar. Bereits erschlossene Teile des Nachlasses sowie die Personen, zu denen sich Materialien im Nachlass Derra de Morodas befinden, sind in einer Datenbank erfasst.

 

Korrespondenzen

Die schriftliche Kommunikation mittels Briefen, Postkarten und Telegrammen bildete die Grundlage eines europaweiten künstlerischen Netzwerkes, mit dem Friderica Derra de Moroda ab den 1920er-Jahren professionelle wie private Kontakte zur Tanz-Community knüpfte und pflegte. Die in den Derra de Moroda Dance Archives aufbewahrten Briefwechsel zeigen sie als kommunikationskompetente wie -freudige Korrespondentin für den Tanz: als Briefeschreiberin, als Berichterstatterin, als „Botschafterin für den Tanz“.

Zu Derra de Morodas Korrespondenzpartnern zählen u. a. Cyril W. Beaumont, Rosalia Chladek, Kurt Jooss, Albrecht Knust, Heinrich Kröller, Harald Kreutzberg, Sigurd Leeder, Joseph Lewitan, Rolf de Maré und Margarethe Wallmann.

 

Joseph Lewitan (1894–1976)

Aus mehr als 250 Schriftstücken besteht die Korrespondenz, die Derra de Moroda von 1933 bis 1939 und von 1960 bis 1976 mit dem jüdisch-russischen Emigranten Joseph Lewitan (1894–1976) führte, dem Gründer des Magazins Der Tanz – ein umfassend gebildeter, polyglotter Kosmopolit und angesehener Tanzkritiker im Berlin der Zeit. Ihr aufschlussreicher Briefwechsel 1933–1939 spiegelt die weltoffene, engagierte Auseinandersetzung der Korrespondenzpartner mit der vielgestaltigen Tanzkultur der Zeit vor dem Hintergrund historisch-politischer Konstellationen im beginnenden Nationalsozialismus, die Lewitan – „den allgemeinen Verhältnissen hierzulande Rechnung tragend“, wie er am 6. Juli 1933 an Derra de Moroda schrieb – zum Rückzug aus dem Magazin und schließlich zur Emigration in die USA zwangen. Vgl. hierzu auch Sibylle Dahms, Der Tanz – ein Leben. Friderica Derra de Moroda 1897–1978, in: S. Dahms und Stephanie Schroedter (Hrsg.), Der Tanz – ein Leben. In Memoriam Friderica Derra de Moroda, Festschrift Salzburg 1997 (Publikationen des Instituts für Musikwissenschaft der Universität Salzburg. Derra de Moroda Dance Archives. Tanzforschungen IV), Salzburg: Selke Verlag 1997, S. 9–116, hier S. 74–82.