21.-23. November 2012: Workshop mit Magdalena Chowaniec, Elisabeth Hirner, Mirjam Klebel, Milan Loviska, Tomate van Monte und Mathias Weiss

Theorie-Gäste: Nils Grosch, Nicole Haitzinger, Nina Noeske
Studentischer Gast: Markus Danklmaier
Dokumentation: zoilly.tv

Ort: Tanzstudio, Unipark Nonntal, Erzabt-Klotz-Straße 1, 5020 Salzburg

Konzeption: Magdalena Chowaniec und Nicole Haitzinger

Empathy Project ist eine bereits über mehrere Jahre laufende Serie, in deren Rahmen die junge in Wien arbeitende Performerin und Choreografin Magdalena Chowaniec zum Mittel der Empathie greift, um sich ihren künstlerischen Themen anzunähern. So versetzte sie sich 2010 in Empathy Project Vol. I mit unheimlicher Konsequenz in die beschädigten Körper von Drogenabhängigen. Nun untersucht sie mithilfe des Einfühlungsvermögens die Wahrnehmung von Akustik:

Ist Kälte - das Fehlen von Empathie - eine anthropologische Konstante, wie von Adorno behauptet? Wie weit kann individuelle oder (soziale) gesellschaftliche Empathie gehen? Zwischen den Polen von keinerlei Empathie (Adornos Kälte) und übersteigertem Mitgefühl entfaltet sich unser kulturelles und singuläres Leben. Doch wie tritt Empathie in der Kunst und besonders im Tanz in Erscheinung?

In diesem Labor treffen DJs, PerformerInnen und TheoretikerInnen zusammen, um das Phänomen des „unisono" in der Zwischenzone von Bewegung und Musik zu untersuchen. Welche Faktoren bestimmen unsere Entscheidungen, wenn wir zu Musik tanzen und Musik „choreographieren"? Gemeinsam analysieren wir verschiedene Musikstile und die daraus hervorgegangenen Musikkulturen. Wir experimentieren mit ihrer Verkörperung, um schließlich mögliche Adaptierungen für die choreographische Praxis zu finden. In die verschiedenen sounds, beats und Frequenzen eintauchend schreiben wir unsere eigene Musikgeschichte; unsere Körper(-Teile) nützen wir zur Übermittlung von hörbarer Information. In einem wucherndem Archiv versammeln wir kinästhetische, räumliche, körperliche und theoretische Referenzen und kartographieren akustische, haptische, soziale und visuelle Zeichen von Musik.

Die Idee dieses Workshops ist, Tanz als Untersuchungsgegenstand für das Konzept der Empathie zu nutzen und künstlerische Praxis in einen Dialog mit philosophischem Denken treten zu lassen: Das bedeutet, Bewegung sowohl als Medium des unmittelbaren Enactments von Empathie einzusetzen als auch zum Bezugspunkt der philosophischen Analyse und Reflexion zu wählen. Die (Projekt)TeilnehmerInnen sollen künstlerische Explorationen machen, in Performances übersetzen und dabei intuitive Arbeit sowie theoretisch-kritische Reflexionen miteinander verbinden." (Text: Magdalena Chowaniec)

Magdalena Chowaniec ist in Polen geboren. Seit 2003 lebt und arbeitet sie in Österreich. In ihren künstlerischen Arbeiten - Soloperformance Hold Your Horses (2008), performatives Punkkonzert/Performance The Mob; Fixing Freedom Tour (2009), Empathy Project Vol. I (2010), Bis dass der Tod uns scheidet (2011), Neuer Wiener Aktionismus (2011), When I don t dance I collect crystal balls (2012) zeigt sich ihr performativ-theatrales Interesse an soziokulturellen Fragestellungen.

Siehe auch http://www.w-k.sbg.ac.at/de/arts-humanities/forschung/kunstlerische-anthropologie.html