Das Archiv als schwarze Sonne

Man betritt den Raum und die großen schwarzen Sonnen, die etwas Magisches an sich haben, stechen einem sofort ins Auge. Bei näherer Betrachtung merkt man, dass diese „Sonnen“ aus Worten bestehen. Scheinbar unendliche viele Wörter, die einen quasi in den Bann ziehen und denen man nicht entkommen kann.  „Dance“, „Science“, „Derra de Moroda“, „Room“, „Space“, „Time“ und viele mehr dringen ins Gedächtnis. Man wird neugieriger, tastet sich an das Gewirr an Strahlen näher heran, möchte mehr Worte entziffern und in sich aufnehmen. Man kommt sich wie in einem Archiv vor. Dort ist man zwar auf den ersten Blick nicht von Worten umgeben, doch von Bücherrücken, Briefen, Bildern und vielem mehr, das man erforschen kann und das man wissensdurstig aufnimmt.

Lia Perjovschi, Mind map on foam 1cm
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Zurück in die Vergangenheit – Eine Begegnung von Erinnerungen

Beinahe der Choreographie eines (kreisenden) Reigentanzes ähnelnd, wird der Museumsbesuchende durch die Ausstellung geführt. Alles dreht sich darum, vergessene Erinnerungen zu vergegenwärtigen. Paulina Olowskas und Eszter Salamons Beiträge zeichnen sich meiner Ansicht nach durch ihre künstlerisch motivierte und doch subjektive, ja beinahe persönliche Annäherung an das Archiv aus. Weiterlesen

Stimme als Er-Innerung

 

Dear Valeska,…

Eine Hommage an die Tänzerin, Schauspielerin und Kabarettistin Valeska Gert, eine Ausnahmeerscheinung im Berlin der 1920er Jahre. Sie konnte kreischen wie ein Baby, fluchen wie eine Hexe und den Tod auf der Bühne imitieren. Mit ihrem weiß gepuderten Gesicht, den roten Lippen und kohlschwarzen Haaren erinnerte sie mehr an eine groteske Kunstfigur, als an eine elegante Tänzerin (die sie auch vehement nicht sein wollte). Aber wer steckte hinter dieser Maske? Wer war die Frau, an die Eszter Salamon ihre Liebesbriefe richtet? Weiterlesen

Wie klingt eigentlich Bewegung?

Soliman

Ausstellungsansicht Ania Soliman. Bild: SN/mdm salzburg/rainer iglar

Eigentlich wird Bewegungsnotation nach Laban in Linien und Schraffuren ausgeführt (davon kann man in der Ausstellung einige Beispiele sehen), doch Anja Soliman entschied sich in ihrer großformatigen Interpretation für eine flächige Variante mit verschiedenen Farben. Der dadurch entstehende grafische Eindruck erinnerte mich tatsächlich viel weniger an Laban, als an etwas anderes, was ich zunächst jedoch nicht einordnen konnte. Wo hatte ich das schon einmal gesehen? Weiterlesen