Verschlingende Dunkelheiten: Monument 0 und 0.3

Dunkelheit umgibt das Publikum… Die angespannte Stille wird nach einiger Zeit von einer verzerrten Stimme unterbrochen… Sie wird lauter, wird leiser… und dort auf der Bühne ist nun vage eine Figur zu erkennen… ein weiß angemaltes Gesicht, ein schwarz-weiß gefärbter Anzug und etwas um den Hals… Langsam und bedacht bewegt sie sich über die Bühne.

Eszter Salamon kreierte mit Monument 0 – Haunted by wars (1913-2013) eine Performance, die Geschichte und Gegenwart verflechten möchte. Das Stück wurde 2014 beim internationalen Sommerfestival auf Kampnagel erstmals aufgeführt. Salamon betrachtete hierbei die  letzten 100 Jahre als eine Geschichte des Krieges und erarbeitete mit sechs TänzerInnen  folkloristische Tänze, Volkstänze und andere Monument - 0populären Formen, die ihre Genese in  Konfliktzonen aller fünf Kontinente haben. Sie spezialisierte sich auf sogenannte „Kriegstänze“: Tänze, die auf das Phänomen Krieg, auf Attacken verweisen. Die Tänze wurden im Internet recherchiert und anschließende mit den TänzerInnen erprobt, hinterfragt und verfremdet.
Im Rahmen der Ausstellung „Kunst-Musik-Tanz. Staging the Derra de Moroda Dance Archives“, die derzeit im Museum der Moderne Salzburg zu sehen ist, konzipierte Eszter Salamon ein weiteres Werk dieser Reihe: „Monument 0.3: Love Letters to Valeska Gert“. Hier steht wieder die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart im Vordergrund, jedoch auf ganz andere Weise als bei Monument 0. Man wird Teil eines akustischen Briefwechsels zwischen der „historischen“ Tänzerin Valeska Gert und Eszter Salamon selbst.
Obwohl beide Werke in ihrer Konzeption unterschiedlich sind, haben sie eines gemeinsam: die Dunkelheit, die einen verschlingt.

https://www.youtube.com/watch?v=H7oF4bBR_Ww   [ Auszug aus Monument 0 – Haunted by wars (1913-2013)]

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